Douglas Adams

Mediation1 und Fiktion

 


» Die Moderne geht aus der gemeinsamen Schöpfung aller drei - Menschen, andere Wesen, gesperrter Gott - hervor, sodann aus der Kaschierung dieser gemeinsamen Geburt und ihrer getrennten Behandlung.« (Bruno Latour)
» Es ist kein Geheimnis, daß die Götter schlimme Zeiten durchmachen müssen« (Douglas Adams)


Können durch die Betrachtungen einer Gesellschaft, einer Kultur, die darin bestimmenden Medien charakterisiert werden? Mit Blick auf die Geschichte der Science Fiction könnte man sich zu einem uneingeschränkten 'JA' hinreißen lassen. Liest man in heutigen Tagen etwa die verne'schen 'voyages extraordinair', kann man hinter der Figur seiner Imagination sehr deutlich den Grund ihres Entstehens erkennen. »Verne hat sich keinen prophetischen Aufschwüngen hingegeben, er hat vielmehr Rechenaufgaben gelöst. Er hat die Monumentalisierung der Metropolen [...gesehen], aber nicht die Verkleinerung der Maschinen, ihre arbeitsvernichtende Wirkung [...], da diese Prozesse in der Technologie des neunzehnten Jahrhunderts noch nicht enthalten waren.« (Federmair 1996:239) So die Rezeption hundert Jahre nach Entstehung der Fiktionen.
Doch nochmals einen Schritt zurück. Medien beeinflussen, wie wir die Welt wahrnehmen, also auch wie wir die von uns wahrgenommene Welt weitergeben.
Erfinde ich eine Welt und vermittle diese, beeinflusst das vermittelnde Medium die Wahrnehmung meines Gegenübers. Henk Claasen reduzierte Kommunikation auf einen Spiegelungsprozeß und schreibt: »Wir spiegeln uns und zeigen dem Gegenüber nicht mehr uns, wozu der Mensch nie in der Lage gewesen ist, sondern unser Spiegelbild. Wir spiegeln uns in der Hoffnung, das Gespiegelte sei annehmbarer als wir Selbst.« (Claasen 1999) Wäre das Gespiegelte nicht annehmbarer als wir Selbst, würde nichts bleiben, was noch die Bezeichnung Selbst bekommen könnte.
Demnach gibt es eine für Fiktionen und Medien gemeinsame Aufgabe: etwas darstellbar zu machen. Die Vermischung der Medien und der Fiktionen führt bei eingehender Betrachtung zu Schwindelgefühlen, vergleichbar den Effekten in Spiegelkabinetten. Wenn Fiktionen von Medien berichten, berichten Medien von Fiktionen, die von Medien berichten,.... In dem Maße, in dem die künstlich vermittelte Wahrnehmung die natürliche Wahrnehmung ersetzt, erscheint Manchem selbst »[d]as Kino [...] überzeugend genug, uns glauben zu machen, daß der Android am Nachbartisch Realität ist. Das ist zwar noch nicht der Fall, aber ich habe bereits das Gefühl, in dieser Welt zu leben.« (Baginsky in: Reck 1998:250) Scheinbar wird McLuhans Botschaft vom Medium als Botschaft hier ausgetauscht durch die Fiktion als Botschaft. Eine Vermischung in der Form, daß die Empfänger von Informationen nach einem gewissen Grad von Wiederholung 'das Gefühl' haben, diese seien real. Eine Form des Cyberspace, die in den Köpfen generiert wird und sich zur Zeit noch im Wesentlichen durch die Illusionsmaschine 'Film' nährt.
Das 'Dazwischenliegende' liegt also prinzipiell immer zwischen zwei 'Welten'; zwischen dem Ding und dem Abbild das beim Betrachten desselben entsteht; zwischen der Welt und meiner Welt. Medien liegen auch zwischen einer unsichtbaren Welt und meiner Vorstellung davon. Versuche ich meinem Gegenüber von dieser Idee zu erzählen, bedarf es zumindest eines Mediums. »Das Totenreich ist eben so groß wie die Speicher- und Sendemöglichkeiten einer Kultur.« (Kittler 1986:24) Das Totenreich gehört wahrscheinlich zu den ersten umfassenderen Fiktionsräumen, die sich der Mensch erdachte. Medien liegen zwischen den Ideen der Menschen und befähigen sie, sich auch über das beunruhigende Unsichtbare auszutauschen. Dabei entfernt sich der Mensch zunehmend von den Dingen.
Beispielsweise kann man sagen, daß die Idee eines Donnergottes auf den Donner zurückgeht, während Thor2 ein ganz bestimmter Donnergott und darüber hinaus noch Sohn Odins ist, für seine Heldentaten bekannt und einen Hammer besitzt. So ist unsere »Wirklichkeit [...] mit Informationen [angefüllt], die ihren Gegenstand vergessen haben, mit Zitaten, deren Ursprung niemand mehr feststellen kann.« (Grassmuck 1988:17) Eine Unterscheidung von Informationen, die reiner Fiktion oder einer realen Vorlage entspringen, ist »in der Ortlosigkeit der Sprache« (Foucault 1966:19) unbedeutend und ohnehin allen Medien fremd. Hingegen könnte der Umstand, daß Thor einen Hammer mit sich führt, den Germanen eine grundsätzlich veränderte Haltung gegenüber den real-existierenden Hämmern beschert haben. Dies hinge jedoch davon ab, in welcher Weise sich die Dinge für die Germanen geordnet haben - Werkzeuge die den Göttern gehören, »in diese Gruppierung gehörige, [...] die den Wasserkrug zerbrochen haben« (vgl. Foucault 1966:17).
Der Babelfisch
Die Unterscheidung der Welt in Dinge und Undinge läßt an die Unterscheidung zwischen Leib und Seele, zwischen Körper und Geist denken; Hardware3 und Software scheinen sich als die Pole der Welt etabliert zu haben - doch wie sieht es zwischen den Polen aus? Gibt es eine 'Verständigung' zwischen beiden oder kann es nichts Vermittelndes geben? Descartes dachte sich die Zirbeldrüse als Übersetzer4 der geistigen Kräfte in Säfte und Säfte in geistige Kräfte.
Sozusagen eine 'Wetware' als Medium zwischen Hard- und Software. Diese Fragen stellen sich in der Kybernetik wieder. Wie werden Informationen in Aktionen umgesetzt, wie hängen steuernder Geist und gesteuerter Körper zusammen? Diese Frage stellt sich so ähnlich auch, wenn sich Science Fiction Autoren nicht vor dem Verständigungs-Problem drücken: was passiert bei einer Begegnung zwischen zwei völlig unterschiedlichen Kulturen? Wie können sich diese Verständigen?5 Eine der menschlichen Vermittlungsformen ist die Sprache und gesprochen wird in allen mir bekannten Welten der Science Fiction. Computer, Roboter, Astronauten, Bodenstationen, Raumschiffe, Türen, Aufzüge und Außerirdische nutzen die Sprache zur Verständigung. Alles im All scheint zu sprechen. Die Frage, ob und wie sich auch alle verstehen wird unterschiedlich beantwortet, bzw. gelöst. Stanislaw Lems Idee knüpft mehr oder minder an die cartesianische Idee an: »eine informativ-translative Tablette« wird Ijon Tichy auf seiner 'Achten Reise' der "Sterntagebücher" gereicht. »Sogleich verwandelten sich die klirrenden Laute ringsum in verständliche Worte und das Rechteck aus Aluminiumkegeln am Ende des Plüschteppichs in eine halbe Ehrenkompanie. Der zu meiner Begrüßung erschienene Terrakaner, der mich bis dahin an einen sehr großen Striezel erinnert hatte, kam mir auf einmal wie ein alter Bekannter mit einem völlig durchschnittlichen Äußeren vor.« (Lem 1971:33) Unter dem Aspekt Drogen als Medien der Wahrnehmung könnte dies ein vielversprechendes Beispiel sein.
Meist wird jedoch über interstellar-linguale Verständigungsprobleme großzügig hinweggesehen; eine Untersuchung über den Zusammenhang zwischen der Dominanz amerikanischer Science Fiction und der Ignoranz (im engsten Wortsinne) in diesem Genre gegenüber Sprachproblemen zwischen den Kulturen, gibt es meines Wissens nicht. Stanislaw Lem geht in seinen Geschichten über das Sprachproblem hinaus und stellt die gesamte Wirklichkeitswahrnehmung in Frage. Dagegen ähnelt Douglas Adams Vorgehen viel eher den Gepflogenheiten der Science Fiction: die Wesen mögen für den Helden noch so fremdartig sein, die Sprachverständigung ist problemlos möglich. Adams bleibt dem Leser die Erklärung allerdings nicht schuldig. In "Per Anhalter durch die Galaxis" ist es keine Tablette, wie bei Lem, sondern ein Fisch den sich der Mensch ins Ohr stecken muß:
»Der Babelfisch [...] ist klein, gelb und blutegelartig und wahrscheinlich das Eigentümlichste, was es im ganzen Universum gibt. Er lebt von Gehirnströmen, die er nicht seinem jeweiligen Wirt, sondern seiner Umgebung entzieht. Er nimmt alle unbewußten Denkfrequenzen dieser Gehirnströme auf und ernährt sich von ihnen. Dann scheidet er ins Gehirn seines Wirtes eine telepatische Matrix aus, die sich aus den bewußten Denkfrequenzen und Nervensignalen der Sprachzentren des Gehirns zusammensetzt. Der praktische Nutzeffekt der Sache ist, daß man mit einem Babelfisch im Ohr augenblicklich alles versteht, was einem in irgendeiner Sprache gesagt wird. Die Sprachmuster, die man hört, werden durch die Gehirnstrommatrix entschlüsselt, die einem der Babelfisch ins Gehirn eingegeben hat.« (Adams 1979:60)
Der Babelfisch existiert, ohne nochmals Erwähnung6 zu finden, in allen weiteren Büchern der 'Anhalter-Reihe' weiter. Betrachtet man den Babelfisch unter dem Gesichtspunkt, welches Wesen mit wem was macht, stellt sich heraus, daß die vordergründigste Tatsache lautet: der Mensch transportiert den Fisch. Somit wäre nicht der Fisch ein Medium des Menschen, sondern umgekehrt der Mensch ein (Transport)Medium des Fisches. Da der Fisch die Kontrolle über die Wahrnehmung des Menschen bekommt, wird der Wirt (der Mensch) zur Erweiterung des Körpers des Fisches. Diese Lesart, die Adams nicht nahelegt, erinnert an Science Fiction Szenarien in denen Aliens die Körper der Menschen übernehmen, mit dem Ziel die Erde zu erobern7. Statt dessen legt Adams eine friedliche Koexistenz der beiden Wesen nahe. Das Fremde im eigenen Körper erinnert mehr an einen Herzschrittmacher, der dem Menschen hilft und ihn jedoch nicht kontrollieren will. Die Wahrnehmung des Wirtes betreffend kann der Babelfisch sehr wohl als Medium bezeichnet werden. Bei einer Untersuchung eines Einzelmediums stellt sich immer auch die Frage danach, was dieses Medium verbessert, bzw. welches andere Medium es ablöst. Betrachtet man nun den Babelfisch als ein Medium der Kommunikation, ist man dazu geneigt diesen Fisch als eine Verbesserung der Sprache selbst anzusehen. Anlaß innerhalb der adamschen Geschichte, den Babelfisch ins Geschehen einzuführen, war die Rede eines Außerirdischen, die sich für Arthur Dent so anhörte: »Heul heul gurgel heul [...] schlürrf aaaarchch [...]« (Adams 1979:59) Nachdem er sich den Fisch ins Ohr gesteckt hat, versteht er jedes Wort. Der obigen Beschreibung zufolge scheint er der cartesianischen Zirbeldrüse zu ähneln, denn er wandelt die Geistestätigkeit in eine für den Wirtskörper verständliche Form um, ohne dabei selbst Geistestätigkeit aufzubringen.
Adams spricht von den Gehirnströmen aus der Umgebung des Wirtes. Diese Idee greift er in seinem jüngsten Buch wieder auf. In "Raumschiff Titanic" leistet die Übersetzung dann kein Fisch, sondern die Robotik des Schiffes:
»[a]lle robotischen Funktionen auf diesem Schiff sind mit Infraviolett-Dolmetschsensoren ausgestattet, die die Hirnimpulse der Passagiere automatisch nach Sprachgebrauch abtasten. Diese Muster werden dann in [...den Köpfen der Romanfiguren] umgewandelt, so daß sie alles verstehen und sich verständlich machen können, solange sie an Bord sind. « (Adams 1997:69)
Da beide Beschreibungen unter naturwissenschaftlichen Gesichtspunkten schlichtweg als Nonsens bezeichnet werden müssen, liegt der interessante Gedanke auf einer anderen Ebene. Beide, Babelfisch und robotischer Übersetzer, übersetzen die Sprache nicht, da sie die Sprache selbst nicht verstehen, nicht einmal als solche wahrnehmen. Es sind lediglich Ströme, die sich, wie auch immer, in ihrer Struktur von anderen Strömen unterscheiden sollen. Diesem Kommunikationsprinzip liegt der feste Glaube an universellen Code zugrunde, bei dem sich Sprachen lediglich in ihrem jeweiligen Format8 unterscheiden. Diesem Prinzip zufolge ist die Umwandlung von Gehirnströmen in Luftschwingungen über den Umweg eines Sprachzentrums lediglich eine antiquierte Kommunikationsform9 der Organismen.
Der Mensch ist im adamschen Universum ebenso updatefähig wie alle andere Hardware auch. Versteht er etwas nicht, baut er sich ein Sprachmodul namens Babelfisch ein. Ob all dieser Übersetzungswerkzeuge oder -wesen wäre bei Adams nur noch eine Aussage zulässig: Kommunikation verkommt zu einer rein physikalischen Angelegenheit. Eine konvertierbare Größe, meßbar in Frequenzen und Impulsen. Es sind die Medien, die erst den Sinn der Sinneseindrücke an den Menschen weitergeben, ohne ihn jedoch zu verstehen. Die Absurdität wird noch dadurch gesteigert, daß es ein Tier ist, das problemlos alle Sprachen übersetzten kann. Adams schlägt damit den Bogen von der ersten bedrohlichen Natur zur (vorgeblich) nützlichen, selbstgeschaffenen zweiten Natur. Die Vorstellung von natürlich-gewachsenen Dingen, die sich plötzlich als ebenso zweckdienlich und unbedrohlich herausstellen wie die aufwendig konstruierten, entspringt keinem technischen Verständnis der Welt, sondern einem Verständnis von der Welt als Warenhaus10. Erst die Vorstellung, daß es etwas gibt, was es nicht gibt, löst Unbehagen aus. Der Babelfisch ist die Verkörperung aller Werbeversprechen: vollkommene Abdeckung der Kundenwünsche.
Sind die ersten Bücher noch stark von Adams Geistesverwandtschaft zu der Komikertruppe Monty Python geprägt, ist in seinem jüngsten Buch der Wille, die Warenwelt der Unterhaltungselektronik zu extrapolieren, klarer erkennbar. Dies macht sich auch bei der Thematik Kommunikation bemerkbar. Nicht nur die Frage, wie sich außerirdische Roboter und irdische Twens verständigen, sondern auch die Frage, wie ein britischer Autor über die Kultur eines fernen Planeten schreiben kann. So wird die Geschichte des Buches "Raumschiff Titanic" schon nach zwei Absätzen angehalten um nochmals von vorne zu beginnen. Diese beiden Ansätze sind ebenfalls im Erzählverlauf immer wieder von Satzeinschüben unterbrochen, im Stile von:
»Er gebrauchte nicht genau das Wort 'verdammt', weil es das im Blerontinischen nicht gab. Das Wort das er benutzte, könnte wörtlicher übersetzt werden mit 'etwa so groß wie das linke Ohrläppchen', aber die Bedeutung kam 'verdammt' viel näher« (Adams 1997:7)
Hier haben wir also das Problem der Kommunikation: Bedeutung. Ein Problem, das das Übersetzungs-Tool der Internet-Suchmaschine Altavista 'Babelfisch', benannt nach der adamschen Erfindung, noch nicht gelöst hat. Dieses übersetzt Worte und nicht deren Bedeutung; Maschinencode kennt keine Bedeutung, sondern nur Funktion. Dies unterscheidet Maschinensprache von Menschensprache: Maschinencode ist bedeutungslos da die Maschine empfangene Signale entweder versteht oder nicht, doch sie deutet sie nicht. Veranschaulichen läßt sich dies an sprachfähigen Maschinen, denen jedoch die Fähigkeit zur Deutung untersagt ist: Soldaten. Die ersten Erziehungsmaßnahmen die Rekruten über sich ergehen lassen müssen, so erfahre ich in Peter Kriegs Film "Maschinenträume" (BRD 1988), machen das Individuum zum Befehlsempfänger. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Kommunikation als bloßes Zeichengeben zu installieren; der Empfänger soll gehorchen und nicht verstehen.
Das elektronische Buch11
» Der Anhalter ist endgültig. Die Wirklichkeit ist öfter ungenau.« Das ist »der Kern der Mitteilung« (Adams 1980:39), die in der Empfangshalle der 'Megadodo Verlagsgesellschaft' plakatiert ist. 'Anhalter' bezeichnet den elektronischen Reise­füh­rer "Per Anhalter durch die Galaxis" der von diesem Verlag12 herausgegeben wird. Adams illustriert dieses Firmenmotto mit einer Geschichte in "Das Restaurant am Ende des Universums". In dieser Geschichte werden die Herausgeber des 'Anhalters' angeklagt, da der Fehler in einem Artikel13 des Buches zum Tod mehrerer Reisender geführt hatte. Zu ihrer Verteidigung luden die Herausgeber »einen autorisierten Dichter vor, der unter Eid aussagte, daß Schönheit gleich Wahrheit und Wahrheit gleich Schönheit sei, und hofften damit zu beweisen, daß die schuldige Seite in diesem Fall das Leben selber sei, weil es versäume entweder wahr oder schön zu sein« (Adams 1980:39). Der Angeklagte (das Abbildende/der Sender) wird vom Kläger (der Empfänger) beschuldigt, seinen Pflichten (Abbilden/Senden) nicht entsprechend nachgekommen zu sein.
Im ersten Buch der 'Anhalter-Reihe' wird Ford Prefect, eine der Hauptfiguren der Romane, als Feldforscher für den Reiseführer vorgestellt. In dieser Funktion kam er (per Anhalter) auf die Erde. Die Feldforscher (und somit der Reiseführer) erwerben ihre Informa­tionen sozusagen auf journalistische Weise. Der Informationsbestand des Reiseführers wird »über das Sub-Etha-Netz auf den neuesten Stand gebracht«(Adams 1984:107), technisch gesehen auf demselben Weg auf dem die Informationen auch empfangen14 werden, beides mittels eines kleinen Apparates15. Dieser besitzt einen »zehn mal zehn Zentimeter großen Bildschirm« (Adams 1979:30), auf dem Text angezeigt wird. Zudem werden die Informationen noch mit »ruhiger und gemessener Stimme« gesprochen16. »Es sagt einem alles, was man wissen muß. Dazu ist es da.« (Adams 1979:54f) Damit das Buch dies kann, muß also alles bereits eingegeben worden sein.
Dabei läßt Adams das Raumproblem außer Acht. »Das Universum ist«, so schreibt Adams »[...] verwirrend groß, was um eines friedlichen und stillen Lebens willen die meisten Leute gern ignorieren« (Adams 1980:66) Verfolgt man einmal die Wege, die die Informationen bei diesem Modell gehen müssen, kommt man zu dem Schluß, daß Adams eine Übertragungsform für Informationen voraussetzt, die die Lichtgeschwindigkeit weit hinter sich läßt. Denn die Informationen werden quer durch das Universum auf dem Sub-Etha-Netz gesendet. Die Bezeichnung 'Sub-Etha' erinnert nicht nur dem Klang nach an den Begriff "Äther", über den sich bis 188117 die elektromagnetischen Wellen fortbewegten. Neben dem Sub-Etha-Netz treten noch die "Wellenbereiche des Sub-Etha-Radios" in der adamschen Fiktion auf. Ohne hier tatsächlich physikalische Überlegungen anstellen zu wollen, liegt ein Gedanke auf der Hand: 'Sub-Etha' ignoriert einer friedlichen Fiktion willen diese Probleme. Der Begriff und was er erklären soll legt nahe, daß eine Information im Moment ihres Entstehens an einen anderen Punkt des Universums gesendet werden und dort auch im gleichen Moment noch empfangen werden kann - oder: es gibt gar keine Übertragung und folglich wäre der Reiseführer kein Medium der Übertragung.
Adams erwähnt, wenige Zeilen nach der Anekdote vor Gericht, ein »künstliches vollelektronisches Universum« (Adams 1980:37) in einem Büro des Verlagsgebäudes.
Dieses Universum unterscheide sich in keinem Punkt vom 'wirklichen'. So bereist Zaphod Beeblebrox dieses künstliche Universum, bis sein Reisebegleiter seine Aktentasche öffnet: »Er knipste darin an einem einzelnen Schalter. 'Adieu, künstliches Universum' sagte er, 'grüß dich, wirkliches!' Die Szenerie vor ihnen flimmerte kurz auf - dann war sie genau wie vorher.« (Adams 1980:82) Die Herausgeber des Reisführers sind im Besitz eines exakten Doubles des Universums - folglich sind sie im Besitz sämtlicher Informationen. Diese Idee erscheint in der zweiten Version des Reiseführers, die Adams im letzten Buch der 'Anhalter-Reihe' vorstellt, noch eindringlicher. Adams beschreibt diesen zweiten Reiseführer als eine schwarze Scheibe, die nach Aktivierung einen 'Vogel' im realen Raum erscheinen läßt. Dieser Vogel ist eine holographische Erscheinung, mit der ihr Besitzer kommunizieren kann. Da es nicht möglich sei, eine einzige Erscheinungsform des Reiseführer für alle Wesen in allen Universen zu kreieren, muß sich das Erscheinungsbild des Reiseführers zunächst auf die Wahrnehmungsfähigkeiten des Benutzers kalibrieren. Menschen können wie die meisten Wesen, so der Reiseführer, nicht alle Dimensionen ihres Universums wahrnehmen. »Das liegt an den Filtern, durch die du wahrnimmst. Ich hingegen wurde ohne Filter gebaut [...]. Mir ist nichts unmöglich. Ich bin allwissend und allmächtig [...und] ungeheuer eingebildet« (Adams 1992:209). Die Erklärung dieser Allwissenheit könnte man eine physikalische nennen: »Genaugenommen bewege ich mich in etwas, das man rein formal als Vollständige Ansammlung Sämtlichen Allgemeinen Misch-Maschs bezeichnet« (Adams 1992:203) Beide Varianten des Reiseführers, so unterschiedlich sie auch in ihrer gedanklichen Ausführung sind, entspringen ein und derselben Vorstellung von 'Information'; entspringen der Phantasie, daß Information immer schon vorhanden ist und lediglich noch dargestellt werden muß. Die Aufgabe des Reiseführer reduziert sich also aufs Darstellen.
Ein Medium der Darstellung, das selbst das Darzustellende auswählt. Zumindest die zweite Version des Reiseführers spricht für sich selbst, wobei nicht klar ist, ob dieses Selbst existiert oder nur simuliert wird. Doch was wählt dann die Daten aus? In "Der elektrische Mönch" beschreibt Richard (eine der Hauptfiguren des Romans) ein Erlebnis mit Worten: »Ich muß immer wieder sagen, daß sie die Musik nicht erschaffen haben, sie schufen nur das Instrument, das die Partitur lesen konnte. Und die Partitur war das Leben selbst.« (Adams 1997:289) Diese Beschreibung könnte eine gute Metapher für den Reiseführer abgeben, wenn nicht Adams selbst, durch die Beschreibung des Ortes dieses 'Instruments' widersprechen würde. Richard hörte diese Musik in einem Raumschiff, das um die Erde kreiste. "Vier Milliarden Jahre hatte es unaufhörlich von dem Planeten unter sich Daten aufgenommen, genau geprüft, analysiert und verarbeitet. [...] Alles verarbeitet, alles aufgezeichnet, alles transformiert." (Adams 1997:279) Was genau wie aufgezeichnet wurde, bleibt Adams dem Leser schuldig. Fest steht, daß im Orbit dieses Planeten ein Dop­pel desselben besteht. Und erst die Verdopplung macht die Partitur möglich. Würde sich die Aussage auf das erste Zitat beschränken (wie das bei Reiseführer II der Fall ist), wäre dies eine Art Perpetuum mobile. »Ähnlich hatte auch Diderot die Natur das große Instrument genannt, das sich selbst spielt, das wahre Perpetuum mobile.« (Bloch 1972:180) Bei Diderot war der »der dringende Wille zur Erklärung der Welt ohne fremden Eingriff« (Bloch 1972:180) Vater des Gedankens an die Natur als Perpetuum mobile. Er befreite sein mechanis­tisches Weltbild von der Frage nach der Existenz eines Schöpfers. Descartes hatte nachgewiesen, daß sich natürliche Tiere nicht von perfekt nachgebildeten Tieren unterschei­den würden.
Wahr­scheinlich nicht nur um einem Konflikt mit der Kirche zu ent­kom­men, stellte der beseelte Mensch davon eine Ausnahme dar. Den Nachweis, daß der Mensch ebenfalls nichts weiter als eine Maschine sei, führte Julien Offray de La Mettrie in "L'homme machine" (1748 anonym erschienen) etwas mehr als hundert Jahre später. Doch an der Ausnahmestellung des Menschen in der Welt änderte sich wiederum nichts.
Spätestens seit Herbert Marshall McLuhan denkt sich der Mensch mit seinen sensorischen Auswüchsen und seit Alan Turing können diese auch selbst denken.
Den Menschen selbst als Maschine zu denken, beschränkt sich also nicht mehr auf den biologischen Leib, sondern betrifft auch den erweiterten Körper. Die menschlichen Erfindungen als die Ausweitung des menschlichen Körpers zu betrachten, führt schließlich zu einer Neudefinition dessen, was der Mensch als künstlich begreift. Während Diderot, seiner Zeit entsprechend, die Welt mechanistisch erklärte, überträgt Douglas Adams Prinzipien bisheriger Weltmodelle auf die Welt der Computer und folgt darin Turing nach. Alle qualitativen Unterschiede zwischen dem Menschen und seiner Schöpfung scheinen sich mit dem Computer aufzulösen.
Literatur
Adams 1979
Adams, Douglas: "Per Anhalter durch die Galaxis", München (Rogner&Bernhard) 1981; Originalausgabe 1979
Adams 1980
Adams, Douglas: "Das Restaurant am Ende des Universums", München (Rogner&Bernhard) 1982; Originalausgabe 1980
Adams 1982
Adams, Douglas: "Das Leben das Universum und der ganze Rest", München (Rogner&Bernhard)1983; Originalausgabe 1982
Adams 1984
Adams, Douglas: "Macht's gut und danke für den Fisch", München (Rogner&Bernhard) 1985; Originalausgabe 1984
Adams 1987
Adams, Douglas: "Der elektrische Mönch", München (Rogner&Bernhard) 1988; Originalausgabe 1987
Adams 1987b
Adams, Douglas: "Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele", Berlin (Ullstein) 1989; Originalausgabe 1987
Adams 1992
Adams, Douglas: "Einmal Rupert und zurück", München (Heyne) 1997; Originalausgabe 1992
Adams 1997
Adams, Douglas; Jones, Terry: "Raumschiff Titanic", München (Goldmann) 1998; Originalausgabe 1997
Bloch 1972
Bloch, Ernst: "Das Materialismusproblem, seine Geschichte und Substanz", Frankfurt/Main (Suhrkamp) 1985; Originalausgabe 1972
Claasen 1999
Claasen, Henk: "Konfigurationen zwischen Absturz und Wirklichkeit", in: Idensen, Heiko: "Konfigurationen. Zwischen Absturz und Wirklichkeit", CD-ROM zu: Schade, Sigrid; Tholen, Georg Christoph: "Konfigurationen. Zwischen Kunst und Medien", München (Fink) 1999;
Debray 1994
Debray, Régis: "Für eine Mediologie", in: Engell, Lorenz, u.A.: "Kursbuch Medienkultur. Die maßgeblichen Theorien von Brecht bis Baudrillard", Stuttgart 1999; Originaltext in: "Pour une médiologie. Définitions premières", in: Manifestes médiologiques, Paris 1994, S.21-33 (dt. Erstveröffentlichung von Ingrid Fischer-Schreiber) 1994
Federmair 1996
Federmair, Leopold: "Entzaubern - Verzaubern"; in: Felderer, Brigitte: "Wunschmaschine Welterfindung. Eine Geschichte der Technikvision seit dem 18.
Jahrhundert.", Wien, New York (Springer) 1996
Foucault 1966
Foucault, Michel: "Die Ordnung der Dinge: eine Archäologie der Humanwissenschaften", Frankfurt/Main (Suhrkamp) 1974, 1999; Originalausgabe 1966
Grassmuck 1988
Grassmuck, Volker: "Vom Animismus zur Animation: Anmerkungen zur Künstlichen Intelligenz", Hamburg (Junius) 1988
Kittler 1986
Kittler, Friedrich A.: "Grammophon, Film, Typewriter", Berlin 1986
Latour 1991
Latour, Bruno: "Wir sind nie modern gewesen. Versuch einer symmetrischen Anthropologie", Berlin (Akademie Verlag) 1995; Originalausgabe 1991
Lem 1971
Lem, Stanislaw: "Sterntagebücher", Frankfurt/Main 1973, 1978; Originalausgabe 1971
Reck 1998
Reck, Hans Ulrich: "Sprache und Wahrnehmung an Schnittstellen zwischen Menschen und Maschinen: Ein Gespräch zwischen Nicolas Anatol Baginsky, Olaf Breidbach, Christian Hübler, Peter Gendolla und Hans Ulrich Reck", in: Kunst und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland(Hrsg.): "Sinn der Sinne", Bonn 1998; (Das Gespräch fand im Rahmen des Kongresses "Der Sinn der Sinne" am 3 1.Januar 1997 in der Kunst- und Ausstellungshalle, Bonn, statt. Es wurde von Hans Ulrich Reck konzipiert, moderiert und für den Druck eingerichtet.)
WDR 2000
WDR-Kulturweltspiegel: "Zwischen Evolution und Simulation: Douglas Adams' elektronischer Weltreiseführer", 7. Mai 2000, www.wdr.de/tv/kulturweltspiegel/20000507/3.html

1 Mediation meint die Vermittlung, »also die dynamische Gesamtheit der Prozeduren und Körper, die zwischen eine Produktion von Zeichen und einer Produktion von Ereignissen geschaltet sind.« (Debray 1994:72)
2 »[D]er Gott des Donners. Der Gott des Regens. Der Gott der hochgetürmten Wolken. Der Gott der Blitze. Der Gott der reißenden Ströme. Der Gott der kleinen Teilchen. Der Gott der formenden und bindenden Kräfte. Der Gott des Windes. Der Gott des wachsenden Getreides. Der Gott des Hammers Mjollnir.« (Adams 1987b:131) Thor ist also der Gott des Volkes, ein Agrargott, ein Gott der Arbeit, ein Gott den der moderne Mensch nicht mehr braucht. Körperliche Arbeit wird, wo es geht, den Maschinen übertragen, das Wetter entnimmt man dem Wetterbericht und die Dekodierung der menschlichen DNA ist bereits abgeschlossen.
3Eine kleine Geschichte im fünften Band der adamschen 'Anhalter-Reihe' setzt sich mit diesem Thema auseinander. Random, eine der Figuren des Romans, ist noch nie auf der Erde gewesen und entdeckt Arthur Dents Uhr, die von der Erde stammt:»Sie hielt die Anzeige ihrer Handgelenkleiste hoch, die automatisch die Ortszeit einblendete. Ihre Handgelenksleiste hatte sich sofort nach Randoms Ankunft auf dem Planeten still und heimlich drangemacht, die örtliche Gravitation und den Umlauf-Impuls zu messen, festgestellt, wo die Sonne stand, und deren Bewegung am Himmel verfolgt. Anschließend hatte sie der Umwelt Hinweise auf die regionalen Gepflogenheiten im Umgang mit Maßeinheiten entnommen und sich selbsttätig richtig eingestellt. Derartige Anpassungen nahm die Leiste ständig vor, was besonders dann von unschätzbarem Wert war, wenn man häufig sowohl durch den Raum als auch durch die Zeit reiste. [... Arthur erklärt Random seine alte analoge Uhr, die sich selbsttätig aufzieht und tickt.]
'Was ist das für ein Geräusch?'
'Sie tickt. Das ist der Mechanismus, der die Uhr antreibt. Das sogenannte Uhrwerk. Es besteht aus allen möglichen ineinandergreifenden Zahnrädern und Federn, die dafür sorgen, daß sich die Zeiger genau mit der richtigen Geschwindigkeit bewegen, um die Stunden und Minuten und Tage und so weiter anzuzeigen.'
Random starrte die Uhr erneut skeptisch an.
'Irgendwas scheint dir nicht einzuleuchten', sagte Arthur. 'Was?''Stimmt', sagte Random schließlich. 'Warum ist das alles nur Hardware?'« (Adams 1987b:200)
4 Leibniz vertrat hingegen die Ansicht, daß es keinerlei Verbindung zwischen Leib und Seele gäbe. Beide seien von Gott perfekt aufeinander abgestimmte Uhrwerke. Diese, Determinismus genannte, Anschauung fügte sich perfekt in das von Newton geschaffene Weltmodell.
5 Ein fatales Beispiel findet sich in Tim Burtons "Mars Attacks" (1998), in dem die Kommunikationsunterschiede auf symbolischer Ebene zum Untergang der Menschheit führen würden (die Friedenstaube wird von den Marsianern als Angriff gewertet), wenn nicht auf physikalischer Kommunikationsebene zufällig die Rettung gefunden würde (die Marsianer reagieren mit zerplatzenden Hirnen auf texanische Country-music).
6 zwar schüttelt Arthur den Fisch im vierten Buch aus dem Ohr, doch außer dieser Erwähnung wird der Fisch dabei nicht weiter beachtet.
7 Wie beispielsweise bei Don Siegels "Invasion of the Body Snatchers" (1956) oder bei den 'Alien' Filmen.
8 Diesem Gedanke zufolge ließe sich beispielsweise Swahili ebenso einfach in Oberbayrisch umwandeln, wie sich heute auf einem gebräuchlichen Personal Computer eine WordPerfect Datei in eine Microsoft Word Datei konvertieren läßt.
Der Binärcode liegt allen Computerdaten zugrunde, so wie der adamschen Sprachvorstellung allen Sprachen »Hirnimpulse« oder »Gehirnströme« zugrunde liegen.
9 - effektiver erscheint da die Telepathie zu sein. In einer Geschichte illustriert Adams allerdings die eventuellen Nachteile einer Gesellschaft, die sich per Telepathie verständigt: Ford Prefect, eine Figur aus 'Per Anhalter durch die Galaxis', fragt sich, weshalb die Menschen auf der Erde die offensichtlichsten Dinge, wie "Schönes Wetter heute", in Worte fassen müssen. So entwickelt er u.A. die Theorie: »Wenn die menschlichen Wesen nicht andauernd ihre Lippen bewegen, fangen ihre Gehirne an zu arbeiten« (Adams 1980:141) Doch Adams korrigiert, daß diese Theorie auf eine andere Gesellschaft als die menschliche zutreffender sei. Ein Volk, über das ein »Galaktisches Tribunal die grausamste Volksseuche« als Strafe verhängt hatte:»die Telepathie« (Adams 1980:141) Um zu verhindern, daß andere alle Gedanken erfahren, findet dauerhafter verbaler Austausch statt. Diese Gesellschaft erzeugt also künstlich Rauschen indem sie unentwegt redet.
10 weitere Beispiele finden sich in Form von Matratzen, »die in den Sümpfen von Sqornshellous Zeta wachsen« (Adams 1979:54). Außerdem steht geschrieben: »Vor kurzem wurde ein Wald entdeckt, in dem fast alle Bäume Patentschraubenzieher als Früchte trugen.« (Adams 1982:53) siehe auch das Kapitel: 'Das Rind'
11 Der Reiseführer "Per Anhalter durch die Galaxis" im gleichnamigen Roman und »ist sowas wie ein elektronisches Buch« (Adams 1979:54) In allen fünf Bänden der Anhalter Reihe spielt es eine zentrale Rolle. Es ist in die Handlung auf vielfache Weise eingebunden. Zum einen unterbricht es teilweise den Fortlauf der Geschichte mit Erklärungen (die manchmal Dinge erläutern und manchmal scheinbar unmotiviert Dinge des adamschen Universums erklären). Im Hörspiel hatte das Buch eine eigene Stimme und führte gewissermaßen im Off durch die Handlung.
Der Reiseführer ist lexikalisch strukturiert und erhebt den Anspruch auf Vollständigkeit, wenn auch teilweise die Einträge sehr spärlich ausfallen.
Beispielsweise besteht der Eintrag über die Erde lediglich aus einem einzigen Wort: »Harmlos« (Adams 1979:63)
12 Die Aussagen sind allerdings unterschiedlich: so ist der 'Anhalter' in Band I bei den »großen Verlagen von Ursa Minor«(Adams 1979:30) erschienen. Meist scheint der entsprechende Verlag kein anderes Buch zu verlegen, denn manchmal wird von der gesamten Unternehmung lediglich vom 'Anhalter' gesprochen.
13 »in dem stand: 'Gefräßige Plapperkäfer machen für vorbeikommende Touristen oft ein sehr gutes Essen' statt: 'Gefräßige Plapperkäfer machen aus vorbeikommenden Touristen oft ein sehr gutes Essen'« (Adams 1980:39)
14 Hier sind verschiedene Abzweigungen des Weiterdenkens möglich. Zum einen verweist der hier illustrierte Gedanke auf Bertolt Brecht, der schon 1932 darauf verwies, daß die Sender/Empfänger Problematik lediglich eine technische Frage sei. Zum Zweiten verweist diese Geschichte auf die aktuelle Frage, wer für den Inhalt im World Wide Web verantwortlich sei.
Während ich über die vergangenen Taten Douglas Adams schreibe wird in der aktuellen Presse über Adams neuestes Projekt berichtet: eine Schreiboberfläche im Internet, betitelt mit dem Akronym des Anhalters: 'h2g2' (für Hitch Hiker's Guide to the Galaxy). Ziel ist es für den Planeten Erde einen Reiseführer zu entwerfen. Feldforscher sind in diesem Falle die Benutzer des WWW selbst.
Verantwortlich für den Inhalt sind gewissermaßen die Nutzer, da durch die Zahl der Abfragen eines Eintrags der Wert des Eintrags bestimmt wird. Die Berichte darüber lesen sich dann so: »h2g2 das ist 'per Anhalter durch die Galaxis' der Wirklichkeit. 'Wir glauben', sagt ihr Erfinder Douglas Adams, 'dass praktisch jedermann ein Experte auf irgendeinem Gebiet ist, also wenden wir uns auch an jedermann.'« (WDR 2000)
15 »Man hatte es in Form einer Mikro-Sub-Meson-Elektronik-Einheit herausgebracht, denn wenn man es in normaler Buchform gedruckt hätte, wäre der interstellare Anhalter gezwungen gewesen, mehrere unhandliche Lagerhallen mit sich rumzuschleppen.« (Adams 1979:30)
16 Im Fernsehfilm zeigte er außerdem noch Grafiken an.
17 als der Michelson-Morley-Versuch zeigte, daß die Geschwindigkeit des Lichts von der Erde unabhängig ist. Dieses Experiment stellt den »Fundamentalversuch für die Relativitätstheorie« (Max von Laue nach Fölsing 1993:246) dar.

 

 

Google

 

A B C D E F G H i J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Startseite des Archivs Witze Newsportal