Qu Yuan - Li Sao
Ich stamme ab vom alten Kaiser Gao Yang
Der Name meines Vaters lautet Baiyong
Ich bin im Jahr des Tigers im Monat des Tigers
Und am Tag des Tigers geboren:
Mein Vater erwog mit Sorgfalt die Zeit meiner Geburt
Und gab mir von Beginn an einen feinen Namen
Er wählte für mich den Namen Zhengze
Und gab mir den Schriftnamen Lingjun
Das Schicksal hat mich mit vielen edlen Gaben bedacht
Meinen Charakter hab ich gewissenhaft gebildet
Hab duftende Kräuter mir umgelegt
Aus Herbstorchideen flocht ich mir Gürtel
Die Zeit verfließt wie Wasser ich komme nicht mit
Ich fürchte dass die Jahre nicht auf mich warten
Am Morgen pflückte ich Lilienmagnolien am Berghang
Am Abend sammelte ich Winterdisteln am kleinen Bach
Tage und Nächte vergingen im Flug hielten nicht inne
Frühlinge gingen Herbste kamen wechselten einander ab
Ich muss an die Gräser denken die nach und nach verwelken
Ich fürchte alt zu werden die Kraft erschöpft
Warum sollte ich nicht die Zeit nutzen in der ich noch stark
bin
Und dieses korrupte Regime vernichten
Lasst uns auf edlen Pferden galoppieren!
Kommt! Ich werde euch führen!
In alten Zeiten waren die Könige Yu Tang und Wenwang weise
Deshalb versammelten sich die Tugendhaften um sie
Sie hatten Beamte die wie Blütenpfeffer und Zimt!
Wie duftender Weihrauch tugendhaft ehrlich waren
Alte Weise wie Yao und Shun waren gerecht und würdig
Auf gerechtem Wege regierten sie das Land
Die Tyrannen Jie und Zhou waren arrogant
und böse
Sie wollten Abkürzungen nehmen und landeten in Sackgassen
Sie gruppierten Vasallen um sich für ihre Sicherheit
Ihre Zukunft war schwarz und riskant
Ich hab keine Angst mir mög Unheil widerfahren
Ich hab nur Angst mein Land mög untergehen
Ich eilte umher lief nach vorne lief zurück
Hoffend der König von Chu möge wie diese
alten Könige werden
Mein König du hast meine aufrichtigen Gefühle nicht verstanden
Hast stattdessen Verleumdungen geglaubt
wurdest zornig auf mich
Ich wusste dass ehrliche Worte dich kränken könnten
Doch musste ich so handeln
Ich rufe den Himmel auf Zeuge zu sein
Ich habe alles für dich getan mein König
Damals hatten wir eine Vereinbarung!
Aber später ändertest du deinen Weg
Was du zuerst gesagt
Bereutest du und ändertest deine Pläne
Es ist nicht schwer für mich dich zu verlassen
Ich bin nur traurig dass du so unbeständig bist
Ich habe neun Hektar Frühlingsorchideen angepflanzt
Und hundert Mu Herbstorchideen
Beet um Beet hab ich Ingwer in die Erde gesetzt
Und in Reihen dazwischen Angelika
Ich hoffe dass sie sich prächtig entwickeln
So dass ich sie pflücken kann zur richtigen Zeit
Sie werden welken doch wird mich das nicht schmerzen
Ich klage nur wenn die Massen verrotten
Alle streben nach Geld und Ruhm
Sind von unersättlicher Habgier beseelt
Nachgiebig mit sich selbst und voller Argwohn anderen gegenüber
Sie intigrieren gegeneinander und sind voller Neid
Rücksichtslos auf eigenen Vorteil bedacht
Ich strebe nicht nach diesen Dingen
Meine alten Tage kommen langsam näher
Ich fürchte ich kann mir keinen guten Namen schaffen
Am Morgen trinke ich Tautropfen der Lilienmagnolien
Am Abend esse ich gefallene Blätter der
Herbstchrysanthemen
Wenn nur mein Gefühl treu und ehrlich bleibt
Wen kümmerts wenn ich abgezehrt aussehe
Mit Wurzeln hab ich Mariengras zusammengeflochten
Und hab sie mit Blütensamen des Feigenbaums verbunden
Mit Zweigen des Lorbeerbaums hab ich Orchideen zusammengeflochten
Und hab Kordeln aus Kletterpflanzen geknüpft
Ich werde mir ein Beispiel an den alten Weisen nehmen
Das können die Gewöhnlichen Einfachen nicht
Da ich nicht zu den heutigen Menschen passe
Möchte ich den hinterlassenen Lehren des Weisen Pengxian
folgen
Ich seufze tief und wische mir die Tränen
Klage dass der Menschenleben so schwer
Obwohl ich auf Bildung achte und hart zu mir selber bin
Morgens werde ich beleidigt Abends werd ich entlassen
Sie beschimpfen mich weil ich Orchideen trage
Und verfluchen mich weil ich Mariengras pflücke
Ich wünsche nur mit ganzem Herzen meinem Ideal zu folgen
Sollte ich auch neun Tode sterben ich werde nicht bereuen
Ich beschwere mich nur dass mein König zu rücksichtslos
ist
Er hat sich nie um die Gefühle der Menschen gekümmert
Die Frauen neideten mir meine Schönheit
Verleumdeten mich der Liederlichkeit
Das einfache Volk war immer schon auf eigenen Vorteil bedacht
Es verstößt gegen Gesetze und wirft Bestimmungen über
den Haufen
Es verletzt Regeln und jagt Irrlehren nach
Zu seiner Sitte gehört sich bei der Obrigkeit anzubiedern
Ich bin sorgenvoll deprimiert und enttäuscht
In diesen Zeiten bin ich einsam und arm
Besser wäre es tot und vergessen zu sein
Ich hasse es mich bei anderen einzuschmeicheln
Raubvögel flocken nicht mit Spatzen zusammen
Das war schon in alten Zeiten so
Wie können Quadrate und Kreise zusammenpassen
Wie kann man ohne gleiche Ideale in Frieden leben
Ich kann nur das Unrecht erdulden meine Gefühle unterdrücken
Die Beschimpfungen und Vorwürfe ertragen
Ich will meine Reinheit wahren bis zum Tod
Dies hatten schon die alten Weisen lobend erwähnt
Ich bedaure meinen Weg nicht genau gesehen zu haben
Blieb lange stehen und drehte mich dann doch wieder um
Wendete meinen Wagen und kehrte auf den alten Weg zurück
Als ich noch nicht weit verirrt war
Führte ich mein Pferd dem orchideenbewachsenen Ufer entlang
Galoppierte auf den Pfefferhügel und blieb eine Weile
Betrat den Palast wurde nicht empfangen zog mir nur Feindseligkeit
zu
So kehrt ich zurück um meine alte Kleidung zu flicken
Aus Blättern der Wassernuss machte ich mir einen Mantel
Sammelte Lotosblumen und machte daraus einen Rock
Wenn keiner mich versteht ist das auch nicht wichtig
Wenn meine Gefühle nur ehrlich und tugendhaft bleiben
Hoch hoch trage ich meinen Hut
Meinen Gürtel machte ich lang
Reines und Schmutziges wird oft vermischt
Nur gute Qualität wird nicht verderben
Auf einmal drehe ich den Kopf und schau in die Ferne
Blicke mich nach allen Richtungen um
Ich trage farbenprächtig schöne Kleidung
Die starken Wohlgeruch ausströmt
Im Leben hat jeder seine eigenen Vergnügen
Ich mag alleine moralische Bildung daran bin ich gewöhnt
Und werd ich auch in Stücke gerissen ich ändere mich nicht
Wie könnte mein Herz Strafe erleiden
Ältere Schwester ist aufs Äußerste besorgt um
mich:
Beschwört mich wieder und wieder sagt
„ Gun war starrsinnig bis zum Tod
“
Wurde deshalb in der Wildnis der Yu Berge umgebracht
Du bist zu direkt mit deinen Worten und zu gelehrt
Bist du allein mit deiner moralischen Integrität
Dein Haus ist voller Bambus und Spitzklette
Nicht wie die andern es tun jedoch du verschmähst sie
am Gürtel zu tragen
Leute können dich nicht von Haus zu Haus überreden
Wer sollte kommen und unser Herz überprüfen
Auf der Welt wollen alle sich aus Eigennutz zusammengruppieren
Warum bleibst du einsam und hörst nicht auf mich“
Ich folgte den Lehren der alten Weisen und zügelte meine
Wünsche
Meine Entrüstung konnt ich bis heute nicht besiegen
Reiste weit nach Süden überquerte die Flüsse Yuan und
Xiang:
Gedachte inbrünstig mit König Chonghua zu sprechen:
„ König Xia Qi stahl zwei Lieder vom Himmel Jiu Bian und
Jiu Ge"
Er gab sich hemmungslos der Lust hin
Er sah keine Schwierigkeiten und dachte nicht an die Zukunft
Deshalb entfeseselte sein Sohn Wu Guan eine Rebellion
König Yi hat suchte sinnliche Freuden und liebte die Jagd
Besonders liebte er es große Füchse zu schießen
Natürlich sittenlose Menschen nehmen kein gutes Ende
Yi’s Minister Han Zhuo ermordete ihn und nahm sich seine
Frau
Sein Sohn Han Ao war stark und kräftig gewachsen
Gab sich seinen Trieben hin und konnte sich nicht mäßigen
Tag für Tag suchte er die Lust und vergaß sich völlig
dabei
Daher wurde ihm sein Kopf abgeschlagen
Der Tyrann Xia Jie widersetzte sich den Bräuchen
Daher wurde er von Unheil heimgesucht
Der Tyrann Yin Zhou zerhackte gute Menschen und machte Fleischsauce
aus ihnen
Daher dauerte die Yin Dynastie nicht lange
Die Könige Shan Tang und Xia Yu waren ernst und respektvoll
Der König Zhou Wen Wang war durch und durch vernünftig
Sie wählten tugendhaftes Personal aus und stellten fähige
Minister ein
Gewissenhaft hielten sie sich an die Regeln
Der Himmel ist gerecht und selbstlos
Er unterstützt die tugendhaften Menschen
Nur alte weise Könige waren korrekt und gleichzeitig fähig
So konnten sie die Welt regieren
Ich schaue mich um nach der Vergangenheit
und blicke in die Zukunft
Ich beobachte das grundlegende Prinzip der Menschheit
Wie können wir Dinge tun die ungerecht sind
Wie können wir unerfreulichen Dingen folgen
Obwohl ich der Gefahr zu sterben ins Auge sehe
Bereue ich niemals meine damalige Entscheidung
Man kann mit einem runden Meißel keinen eckigen Zapfen
hauen
Genau daher erlitten Weise früher Unheil
Ich weine bitterlich bin niedergeschlagen
Klage dass ich Außenseiter bin
Mit weichen Orchideen trockne ich meine Tränen
Sie waren auf meine Kleidung gekullert durchnässten meinen
Rock
Mit geöffnetem Rock kniete ich nieder legte meine Ansichten
dar
In meinem Herzen verstand ich dass ich den gerechten Weg gewählt
habe
Ich ritt auf einem Phönix Wagen von jadegeschmückten
Drachen gezogen
Geschwind flog ich auf staubigem Wind in den Himmel hinein
Am Morgen brach ich vom Can Wu Berg auf
Am Abend kam ich beim Kun Lun Berg an
Ich wollte etwas im Lingsuo Feenreich verweilen
Die Sonne war schon am Untergehn
Ich befahl dem Sonnenkutscher Li He
langsam zu fahren
Betrachtete den Yanzhi Berg ohne Hast
Weit weit ist der Weg vor mir
Ich werde im Himmel und auf Erden nach der Wahrheit suchen
Ich ließ mein Pferd am Xian Chi Feenteich trinken
Und band es am Fusan Maulbeerbaum fest
Ich brach den Ruomu Feenbaum ab und deckte die Sonne ab
Für einige Zeit konnte ich sorglos umherstreifen
Ich bat den Mondkutscher Vorläufer zu sein
Und ließ den Windgott Feilian uns folgen
Den Phönix ließ ich vorne den Wachtposten einnehmen
Der Donnergott sagte das Gepäck sei noch nicht bereit
Ich befahl dem Phönix seine Flügel auszubreiten und
aufzusteigen
Ununterbrochen Tag und Nacht zu fliegen
Ein Wirbelwind braute sich zusammen wir näherten uns
Die führenden Wolken kamen uns begrüßen
Wolken ballten sich dicht und trieben auseinander
In buntgemischten Farben nach oben und nach unten
Ich befahl dem Wächter der Himmelstür die Tür
zu öffnen
Er lehnte gegen die Tür und schaute mich an
Langsam langsam neigte sich der Tag
Ich flocht Orchideen zusammen und blieb lange dort stehn
Diese Welt ist im Chaos Gut und Böse sind nicht zu unterscheiden
Menschen sind neidisch aufeinander verneinen die Stärke
der anderen
Am Morgen überquerte ich den Baishui Fluss
Stieg auf den Lang Feng Berg wo ich mein Pferd anband
Plötzlich drehte ich mich zurück heiße Tränen
flossen
Ich klagte dass am Chu Hof keine Tugendhaften sind
Ich schwebte zum Palast
Brach einen Ast vom Jadebaum um mich zu schmücken
Die Blüten waren noch nicht von den Bäumen gefallen
Ich suchte eine Konkubine um ihr Blüten zu schenken
Ich befahl dem Donnergott Fenglong den Wolkenwagen zu lenken
Um den Ort zu suchen wo die kaiserliche Konkubine Mifei lebt
Ich nahm meinen Gürtel ab und band damit meinen Liebesbrief
fest
Befahl Jianxiu meine Heiratsvermittlerin zu sein
Wolken ballten sich dicht und trieben auseinander
Bald wusste ich die Dinge waren widerwärtig schwer sich
damit zu befassen
Am Abend kehrte Mifei nach Qiongshi zurück
Am Morgen ging sie zum Weipan Fluss ihr Haar zu waschen
Wegen ihrer Schönheit war sie überheblich und eingebildet
Den ganzen Tag jagte sie unzüchigen Freuden hinterher
Sie mag zwar schön sein doch hat sie keinen Anstand
Ja ich sollte sie verlassen nach einer neuen suchen
Im Himmel oben schaute ich mich überall um
Nach meiner Rundreise kehrte ich in die irdische Welt zurück
Von weitem blickte ich auf die emporragende Jade Terrasse
Ich sah die schöne Dame aus dem Land You Song
Ich befahl dem Vogel Zhen mein Heiratsvermittler zu sein
Er sagte mir diese schöne Dame sei schlecht
Das Vogelmännchen Zhen flog zwitschernd weg
Ich hasste seine flatterhafte unzuverläßige Art
Im Herzen zauderte und zweifelte ich
Wollte selbst hingehen und wusste dass das nicht ging
Der Phönix hatte bereits das Heiratsgeschenk des Königs
angenommen
Ich hatte Angst König Gaoxing könnte mir zuvorkommen
Ich wollte weit weggehen doch gabs keinen Ort wo ich hätte bleiben
können
So blieb mir nichts als treibend herumzuziehen
Als Prinz Shao Kang noch nicht verheiratet war
Waren zwei Prinzessinnen im Land Youyu
Der Heiratsvermittler war schwach und drückte sich unbeholfen
aus
Der Vertrag wurde nicht gemacht
Die Welt ist schmutzig der kleine Mann ist neidisch auf den
Tugendhaften
Er liebt es Vorzüge zu verunglimpfen und predigt das Böse
Die Schöne kommt aus dem tiefen verborgenen Frauengemach
Weitsichtige Könige jedoch erwachen nicht
Ich bin voller Hingabe doch wo kann ich ihr Luft machen
Wie kann ich das auf ewig ertragen
Mit Geistergras und Bambusplättchen
Verlangte ich von einem Magier für mich wahrzusagen:
Er sprach: „Die zwei Schönen müssen sich vereinigen
Braucht einer mit moralischer Bildung die Bewunderung anderer
Denke daran wie groß und weit die Erde ist
” Warum sollten nur hier schöne Frauen sein“
Er sprach: „Ich rate dir ohne Zögern weit zu gehen und hoch
zu fliegen
Wer immer nach Schönheit sucht wird dich nicht im Stich
lassen
An welchem Ort der Welt gibt’s keine duftenden Gräser
”
Warum sehnst du dich so sehr nach deinem Heimatland“
Die Welt ist in Dunkelheit macht die Menschen schwindlig
Wer vermag Gut und Böse zu unterscheiden
Gut und Böse der einzelnen Menschen ist nicht gleich!
Diese Bande kleiner Menschen ist besonders seltsam
Alle Leute sonst hängen sich ihre Hüften voll mit
Beifuß
Die jedoch sagen Orchideen seien kein Gürtelschmuck
Sie können einzelne Gräser nicht unterscheiden
Wie sollten sie Gegenstände aus Jade bewerten können
Sie füllen ihre Taschen mit Dreck
Und sagen Duftgras und Pfeffer würden nicht gut riechen“
Ich wollte dass der Magier mir Gutes verheißt
Im Herzen zauderte und zweifelte ich
Der Magier Wuxian wird heute nacht auf die Erde runterkommen
Ich begrüßte ihn mit Blütenpfeffer und edlem
Reis
Hundert Götter kamen den Himmel verdunkelnd herab
Vom Jiuning Berg kam eine Götterschar um sie willkommen
zu heißen
Ihre Heiligenscheine strahlten mit göttlicher Macht
Wuxian erzählte mir einige glücksverheißende
Geschichten
Er sprach: „Du solltest im Himmel oben und auf der Erde unten
Nach Gleichgesinnten suchen
“
Die Könige Tang und Yu waren gerecht sie suchten nach würdigen
Menschen
So fanden sie Minister wie Yiyin und Gaotao mit denen sie harmonisch
arbeiteten
Wenn einer nur gutherzig und gebildet ist
Wozu brauchte der einen Heiratsvermittler
Yue Fu baute Mauern mit Mörserkeulen in Fuyan
König Wuding (Yin Gao Zhong) stellte ihn ohne Zögern
als Minister ein
Jiang Taigong war früher ein Schlachter
Nachdem er König Zhou Wenig Wang getroffen hatte wurde
er ernannt
Ninqi trommelte auf Rinderhorn und sang dazu Lieder
König Qi Huangong hörte die Lieder und stellte ihn
als Beamten ein
So lange ich noch nicht alt bin
Habe ich noch Zeit meine Tatkraft einzusetzen
Ich fürchte nur dass der Kuckuck zu früh schreit
”
Und hundert Gräser nicht mehr duften lässt“
Warum wird solch herausragender Jadeschmuck
Von den Menschen zugedeckt
Es ist nur diese Bande kleiner Menschen die ihr Wort nicht halten
Ich fürchte ihr Neid könnte ihn ruinieren
Die Zeiten sind chaotisch und unbeständig
Wie kann ich hier lange verweilen
Orchideen und Angelika haben ihren Duft verloren
Duftgräser sind zu Stroh geworden
Warum sind die Duftgräser von früher
Heute zu wildem Beifuß geworden
Gibt es wirklich andere Gründe
Als der Schaden der durch Versäumnis moralischer Bildung
entsteht
Ich glaube Orchideen sind am zuverläßigsten
Wer weiß dass sie auffallend aber leer sind
Sie werfen ihre guten Eigenschaften weg und folgen plumpen Sitten
Ungehörig versuchen sie sich in die Reihen der Duftgräser
zu stellen
Blütenpfeffer ist tyrannisch arrogant und aggressiv
Flachs möchte auch in den Beutel hinein gibt vor ein
Duftgras zu sein
Da sie so eifrig bemüht sind sich nach oben lieb Kind
zu machen
Wie können sie da noch feinen Duft ausströmen
Seit jeher ist es Brauch mit dem Strom zu schwimmen
Wer vermag es beständig zu sein ohne sich zu ändern
Wir können es am Blütenpfeffer und den Orchideen sehen
Wie sollten wilde Gräser zu Duftgras werden
Am wertvollsten ist allein mein Gürtelschmuck
Er hat seine Schönheit bis heute bewahrt
Sein Wohlgeruch kann nicht verlorengehn
Bis heute ist der feine Duft nicht verflogen
Harmonisch und im Einklang suche ich Vergnügen
Treibe in der Welt herum und suche schöne Frauen
Solange ich noch jung und kräftig bin
Lasst mich im Himmel und auf Erden reisen
Der Magier hat mir eine glücksverheißende Wahrsagung gemacht
Deshalb werde ich einen günstigen Tag wählenum aufzubrechen
Ich werde vom Jadebaum einen Ast abschneiden als Trockenfleisch
Und werde Jade zermösern als getrocknetes Korn
Ein fliegender Drache wird meinen Wagen ziehen
Der Wagen wird geschmückt sein mit kostbarer Jade und Elfenbein
Wie kann ich mit denen ziehen die Herz und Verstand Verloren
haben
Ich werde sie weit und hoch fliegend hinter mir lassen
Ich drehte mich Richtung Kunlun Berg
Der Weg war lang ich reiste weiter
Wolken trieben umher verdeckten die Sonne
Die Glöcklein am Wagen klingelten hell
Am Morgen brach ich auf von der Fähre über die Milchstraße
Am Abend kam ich am äußersten Ende des Westens an
Der Phönix spannte seine Flügel aus um die Flagge
der Wolken zu tragen
Er flog rhythmisch über den Himmel
Plötzlich kam ich in die Wüste
Dem roten Bach entlang kam ich nur langsam vorwärts
Ich wies den Flutdrachen an eine Brücke über die
Furt zu bauen
Befahl den Göttern ringsherum mich ans andere Ufer zu
geleiten
Der Weg vor mir war weit und voller Gefahren
Ich wies meine Wagen an am Wegrand zu warten
Ich kam am Buzhou Berg vorbei und drehte mich links
Bestimmte das Meer im Westen Treffpunkt zu sein
Ich sammelte eintausend Wagen
Ließ die jadegeschmückten Räder in Reih und
Glied nebeneinander laufen
Acht Drachen zogen die Wagen sie schlängelten vorwärts
Die Flaggen die die Wolken trugen flatterten im Wind
Ich hielt meine Gefühle zurück und fuhr langsam weiter
Meine Gedanken flogen hoch weit und grenzenlos
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Ich spielte die Juige Musik und tanzte den Jiushao Tanz
Lasst mich diese günstige Zeit nutzen und mich vergnügen
Die aufgehende Sonne strahlte prächtig
Auf einmal sah ich meine Heimat
Mein Diener war traurig für mich und mein Pferd voller
Sehnsucht
Rollte sich zusammen und wollte nicht weitergehn
Epilog: „So soll’s sein!
Da es keinen im Lande gibt der mich versteht
Was sollte ich mich da nach meiner Heimat sehnen
Da ich meine politischen Ideale nicht verwirklichen kann
Werde ich dem Weisen Pengxian folgen und mich ertränken“
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